Wallstein
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chamberHC (45), Saarbrücken
Beim Anblick des Bildes vom Wolf von Jörg Albrecht „Die Stadt schließt Ihre Pforten“, eröffnen Jupiter Jones ihren Song Berlin. Ich komme nicht umher, an dieser Stelle zu gestehen, beim Lesen ständig genanntes Stück in der Rotation meines Gedanken-Players als Soundtrack hinterlegt zu haben. Da sind die Freunde nun schon einige Jahre in der „großen Stadt“, die Kindheit und (ach so wilde) Jugend hinter sich gelassen. Weiter singen die Jones treffend: „voll von leeren Orten und von Abschiedskomitees“. Da waren die immer wieder im Werk herbeizitierten „Neunziger“, dort irgendwo verankert so was wie „Indie“, womöglich „Emo“ und auch existenzieller DIY-Spirit und die Entdeckung des Subs unter der Kultur. Nennen wir es Sozialisation und damit verbunden der ständige Drang nach gelebter Kreativität. Sei es nun die Muse, das geschriebene Wort, die bewegenden Bilder oder eine der zahlreichen Facetten der kreativen Künste; auch als Waffe gegen Establishment oder Elternhaus, vermutlich Bildungsbürgertum. „Sie suchen nach dem Glück“, folgen wir weiter dem Lied der Band, die ursprünglich in der Provinz der Eifel aufwuchs und nun auf diverse deutsche Großstädte verteilt lebt, Parallelen. Doch die Wirklichkeit zeigt den jungen Protagonisten die definitiven Grenzen von Kreativität und Glückseligkeit. Hier startet der Ausverkauf des kreativen Outputs. Rote Karte. Wer mitspielen will, verkauft seine (halbe) Seele. Brot gegen Spiele. Jörg Albrecht findet genau die richtige Sprache, um diese Zerrissenheit und das Zerwürfnis der handelnden Personen um Thies, letzten Endes eigentlich unserer gesamten sozialen Zusammenhänge, auf den Punkt zu bringen. Die Stimmung passt. Oft in Stakkato, dann wieder sehr (zu) kryptisch oder auch zuweilen an Poetry-Slam anlehnende sprachliche Stilelemente gingen mir beim Lesen durch den Kopf. Nein, die Lektüre hat mir keinen Spaß gemacht, sorry, Grundstimmung für meine Belange zu negativ. „ Beim Anblick des Wolfes“ hat durchweg erzählenden und beschreibenden Charakter. Wir folgen den Einschätzungen und Gedankengängen des Autors zur gesellschaftlichen Lage der 10er Jahre. Das Buch geht somit konform mit zahlreichen Veröffentlichungen junger Autoren in den letzten Jahren: Handlung und Identifikation mit den Handelnden – leider Fehlanzeige. Spaß is’ anders. 29.05.12
Solifera (28), OBB
Ein pinkes Cover - da hätte man eigentlich einen vor Schmalz triefenden Frauen-Roman, Chick-Lit, erwartet. Aber ein Wolf, der Kopfhörer samt mp3-Player trägt? In seinem Buch erzählt der Autor Jörg Albrecht aus dem Leben eines Freundeskreis Anfang dreißig: Da sind Thies, Jonte, Pelle, Wanda und Jasper. Sie alle sind mehr oder weniger in der sogenannten Kreativbranche tätig. Jasper will einen Film drehen, einen, in dem es um Werwölfe geht ... oder heißt jetzt doch nur der Protagonist schlicht Wolf? So ganz durchschaubar ist es nicht. Überhaupt wirkt das ganze Buch irgendwie zusammen gepuzzelt, allen voran die angeblich authentischen Interviews. Es fällt wahnsinnig schwer sich in die Figuren des Buches hinein zu versetzen, geschweige denn mit ihren warm zu werden. Vermutlich soll "Beim Anblick des Bildes vom Wolf" sowohl covertechnisch-bildlich als auch übertragen-inhaltlich auf das bekannte Sprichwort "homo hominis lupo" anspielen. Gerade in der "neueren" Zeit, in der die Menschheit offenbar immer rücksichtsloser und egoistischer wird. Mir hat sich das Buch leider nicht wirklich geöffnet. Wahrscheinlich bleibt mir dieses Gesamtkunstwerk (so muss man es wohl nennen) auch weiterhin verschlossen. Daher will es mir auch gar nicht herausnehmen und sagen, das Buch sei schlecht. Denn irgendwo da draußen gibt es 100% jemand, der das Gegenteil behaupten wird. (Außerdem wäre es ja auch langweilig, wenn jeder die gleichen Bücher gut finden würde ...) Aber empfehlen kann ich es nicht wirklich. 13.05.12
Lively (20), Stuttgart
„Beim Anblick des Bildes vom Wolf“ erzählt die Geschichte eines Freundeskreises Anfang dreißig, auf der Suche nach der großen Liebe und ganz nebenbei, so scheint es, auch dem Sinn des eigenen Daseins. Sollen die Charaktere rund um Thies durch ihre Macken liebenswürdig erscheinen, trifft eigentlich nur ein Wort auf sie zu: klischeehaft. Oder sind sie wirklich ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft? Gehören durchzechte Nächte, Burn-Out und Probleme mit dem eigenen Ich heute zum guten Ton? Jörg Albrecht zumindest lässt diesen Eindruck von Anfang bis Ende seines Romans entstehen. Um so modern wie möglich zu wirken, bedient der Autor sich oft, leider zu oft, an der englischen Sprache. Auch die ständigen Wortwiederholungen fallen negativ auf. Und sowieso fällt es teilweise schwer, der Handlung zu folgen, die oft sehr zusammen gepuzzelt wirkt. Durch diese Aneinanderreihung von „Gedankenfetzen“ bleibt die Spannung auf der Strecke und schnell geht die Lust, den Protagonisten durch ihr chaotisches Leben zu folgen, verloren. Auch die immer wiederkehrenden Interviews mit Leuten wie dir & mir, die laut Nachwort real sind, ändern daran nichts. Vielleicht möchte Albrecht mit seinem sehr speziellen Schreibstil auch nur aus der Masse herausstechen, doch dieser Versuch wirkt einfach zu gewollt. Wer also einen weiteren Roman lesen möchte, der sich mit unserer heutigen Gesellschaft und all ihren Problem auseinandersetzt, sollte einen Blick in „Beim Anblick des Bildes vom Wolf“ riskieren. 25.04.12
Aleena (35), Senftenberg
Vielleicht ist das Buch zu hoch für mich,doch konnte ich mich mit diesen Buch überhaupt nicht anfreunden.Irgendwie ist es keine Geschichte sondern nur Schnipsel die ich soeben zwar gelesen habe aber irgendwie blieben sie nicht in meinem Kopf haften.Immer wieder wird man durch die vielen kleinen Absätze geschleust und versteht überhaupt nicht um was es geht.Sry dies ist einfach kein Buch für mich.Dem einen oder anderen wird es mit Sicherheit mehr zu sagen haben als mir.Ich werde das Buch hier nicht zerreißen weil ich denke das der Autor sich sehr viel Mühe mit diesem Buch gemacht hat und ich es nur nicht recht zu würdigen vermag. 20.04.12



