Das Gute
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FAZ, 25.07.2008, Jürg Altwegg
Am Ende liest man mit gedrosseltem Tempo, der Leser will von diesem Roman so wenig loslassen wie vom Leben selber. Üppig hat es Kaspar Schnetzler hineingepackt in diese herrliche Familienchronik voller Nostalgie und Heiterkeit. Auch Weisheit. So hat man schon lange nicht mehr über Zürich gelesen. Der gelassene Pessimismus, die Auflösung der Frauenlobs und ihr Weiterleben in Bayern (wie Österreich) lassen unweigerlich an Gottfried Keller denken. Nicht nur an seine Novellen über die Liebe und aus Seldwyla. Sondern an den "Grünen Heinrich". Wenn man dann "Das Gute" zuklappt, zuklappen muss, ist es längst zur Gewissheit geworden, und man kann es doch kaum fassen: Ja, so war die Schweiz im zwanzigsten Jahrhundert. Und wir haben gerade ein Meisterwerk gelesen.
Financial Times Deutschland,
21.07.08 Martin Schaefer
Von der Langsamkeit, die Schweizern gelegentlich nachgesagt wird, ist bei Kaspar Schnetzler nichts zu spüren. Im Gegenteil: Für sein opulentes Familienporträt über vier Generationen und eine Zeitspanne von 100 Jahren benötigt Schnetzler nur wenig mehr als 600 Seiten. "Das Gute" beginnt im Jahr 1912 mit dem Besuch Kaiser Wilhelm II. in Zürich und endet mit einem Familientreffen 2012. Die Biografien der Familienmitglieder spiegeln dabei nicht nur den sich stetig wandelnden Zeitgeist - gleichzeitig geht Schnetzler dem komplizierten Konstrukt Familie auf den Grund und verfolgt die titelgebende Frage: Warum ist die Welt eigentlich so schlecht, wenn so viele Menschen das Gute wollen? Dass der Roman auf allen Ebenen wunderbar funktioniert, liegt dann gleichermaßen an der erzählerischen Finesse wie der gedanklichen Tiefe.
WOZ, Lea Brändle, 12.06.2008
Der Zürcher Kaspar Schnetzler erzählt in seinem Roman eine Familiengeschichte und, auf spezielle Art, über 1968 und Feminismus.
zur ausführlichen Besprechung
NZZ, Beatrice Eichmann-Leutenegger, 11.06.2008
Unumwunden gesagt: Er ist ein blendender Erzähler, der von Übervater Thomas Mann einiges gelernt hat, ohne zum puren Epigonen abzusinken. Schnetzlers Sinn für Komik und Ironie beweist sich in diesem Text aufs Schönste und beschert der Leserschaft wahre Kabinettstücke.
zur ausführlichen Besprechung
SonntagsZeitung
Roger Anderegg, Mrz. 2008
Kaspar Schnetzler gelingt mit «Das Gute» ein gross angelegter Zürich-Roman.


