Das war ich nicht
Kunstmann Verlag
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paedischaer (36), Basel
tiliacordata (58), Bonn
flamingoread (34), Frankfurt am Main
afrase (25), Frankfurt am Main
bj2805 (32), München
friedelko (29), Schwerin
paedischaer (36), Basel
Kleiner Nachtrag: Nicht ganz so "schreiend komisch", wie der Klappentext suggeriert, nichtsdestotrotz: Lesen! 10.06.10
paedischaer (36), Basel
Als erster Roman der Finanzkrise topaktuell. Gut durchdacht und gekonnt konstruiert. Und erst noch ein hollywoodreifer Showdown. Ich kann "Das war ich nicht" nur weiterempfehlen. 10.06.10
Lucien_Gregor (28), München
Brutal lustig, insbesondere vorgelesen hat es mir bei den Wortspielen in MUC sehr gefallen... 20.04.10
pecuchet (63), Wuppertal
Das Buch wirkte auf mich wie ein Schelmenroman: drei Personen schleichen umeinander herum, versuchen, einander zu fliehen. Ich habe die Geschichte mit viel Spaß gelesen. Auch der Schluß hat mich köstlich amüsiert. Allerdings störte mich ein wenig, daß ein junger Karriere-Banker, eine deutsche Übersetzerin und ein amerikanischer Erfolgsautor in einer austauschbaren Sprache sprechen, nur inhaltlich wird klar, wer spricht, nicht durch die Sprache. Trotzdem habe ich das Buch mit viel Vergnügen gelesen. 11.03.10
anette1809 (35), Sulzheim
Inhalt: Das war ich nicht - ein Roman über drei Personen: Jasper, Anfang 30, ein Banker auf dem Sprung zur großen Karriere. Meike, eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor einer vorhersehbaren Zukunft: Partnerschaft, Pärchenfreunde, zusammenziehen, über Kinder nachdenken... und Henry, ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst, der von der Party zu seinem sechzigsten Geburtstag verschwindet und untertaucht. Auf abenteuerliche Weise geraten diese drei Personen in Abhängigkeit voneinander: Meike Urbanski ist die Übersetzerin "ihres" Schriftstellers Henry LaMarck, ihrer Existenzgrundlage. Da dieser weder seinen versprochenen Jahrhundertroman beim Verlag abliefert hat, noch auffindbar ist, fliegt Meike nach Chicago, um ihn zu finden. Henry LaMarck verliebt sich in das Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt - das könnte der Aufhänger für seinen großen Roman sein! - und eben dieser Banker namens Jasper Lüdemann versucht eine junge deutsche Frau wiederzufinden, die ihm im Café Caribou seinem Kaffee vor der Nase weggeschnappt hat... Jasper will Meike treffen, Meike will Henry treffen, Henry will Jasper treffen. Jasper interessiert sich nicht für Henry, Henry fühlt sich durch Meike belästigt und bloßgestellt, Meike findet Jasper arrogant und unsympathisch, und jetzt? Eigene Meinung: Eigentlich ist es erschreckend, dass Menschen ihre Karriere und damit möglicherweise ihr ganzes Leben ruinieren, aber Kristof Magnusson verpackt das Ganze in einen urkomischen mordernen Schelmenroman. Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der drei Protagonisten erzählt. Zu Beginn des Buches fand ich die Geschichte aus Jaspers Sicht etwas anstrengend, weil er auf mich einen sehr arroganten und unsympathischen Eindruck machte, und wer mag sich schon mit einem solchen Charakter identifizieren? Außerdem interessiere ich mich nicht für die Börsengeschäfte, die Jasper in seinem Job tagtäglich abwickeln muss. Aber selbst aus dieser Erzählperspektive hat mich das Buch nach einigen Kapiteln gefangen genommen, und als das Unheil plötzlich unaufhaltsam seinen Lauf nahm, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und zum Ende hin sind mir die verschrobenen und stellenweise unsympathischen Charaktere doch tatsächlich ans Herz gewachsen ;o) Kristof Magnussons Charaktere wirken nie gekünstelt, konstruiert oder eindimensional und das macht diesen Roman so überaus lesenswert! Fazit: Dieses Buch war eine literarische Überraschung für mich. Zuvor hatte ich von Kristof Magnusson weder etwas gehört noch gelesen und war von seinem Schreibstil und seinem Humor schlichtweg begeistert! 11.03.10
tiliacordata (58), Bonn
Kristof Magnusson Das war ich nicht Meike, Jasper und Henry umkreisen sich getrieben vom Erfolg, oder von dem was er werden könnte oder war. Ein witziges Buch über eine Banker, eine Übersetzerin und einen müden Autoren. Ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen 06.03.10
s_ne (28), Dortmund
Dieses Buch handelt von drei Menschen, deren Leben mich nicht weniger interessieren könnte. Jasper ist eigentlich ein schachspielender Mathematikernerd, der durch Zufall Banker geworden ist. Henry ist ein schwuler, alternder Bestsellerautor und Meike seine Übersetzerin, die sich genervt von ihren „erwachsen“ werdenden Freunden zurückzieht. Alle sind sie einsam und paranoid, können sich wunderbar ausmalen, was die Welt anscheinend für sie bereit hält, wovon natürlich nichts wirklich eintrifft. Dementsprechend planen sie auch gerne voraus, was sie tun werden, wenn sie sich treffen, nur um dann doch im letzten Moment zu kneifen und aneinander vorbei zu gehen. Ob das eine Analogie zu Henrys großem Roman „Unterm Ahorn“ ist, sei dahingestellt. Dadurch dauert der Anfang doch sehr lange, und das Ende kommt dann ganz schnell. Die Bank ruiniert, die drei Helden vermeintlich auch, und dann doch nicht. Und plötzlich ist alles gut. Aber wirklich alles. Da war die „Selbstheilungskraft des Marktes“ am Werk. Trotz oder wegen der etwas ausgiebigen Erklärungen von Jaspers Bankermachenschaften verstehe ich die Finanzwelt immer noch nicht. Immerhin bin ich in der Ansicht gestärkt, dass Geld ein vollkommen fiktives Konstrukt ist. Und je mehr man davon besitzt (oder zumindest Zugriff darauf hat), desto unwirklicher wird es. 02.03.10
flamingoread (34), Frankfurt am Main
Ja, genauso hätte es gewesen sein können! Ein herrliches Buch über den Beginn der Finanzkrise, die anhand der Verstrickungen dreier Schicksale, über die Kontinente hinweg, spannend geschildert und auf die Schippe genommen wird. Einer jagt den anderen, es wird spekuliert, sich verliebt, gelogen, betrogen, versucht die Karriere zu retten. Ihr Verursacher, Jasper L. - das Gesicht zur Finanzkrise- ist ein kleiner ambitionierter Investmentbanker, der eigentlich nur einen Fehler vertuschen will. Die Sache nimmt dann Fahrt auf und endet in einer Katastrophe: dem Zusammenbruch des Finanzmarkts. Das beklemmende Gefühl beim Verspielen von fremden Geldern überträgt sich leicht auf den Leser, ich dachte nur: Oh nein! Junge, hör endlich auf zu zocken! Doch je höher die Summen, desto geringer wird der Bezug zur Realität- was man nicht anfassen kann, existiert dann wohl auch nicht. Am Ende hilft nur noch die Flucht aufs Land, in die Abgeschiedenheit, was erneut zu ungeahnten Entwicklungen führt. Mir hat besonders gefallen, dass die Ereignisse aus Sicht der jeweiligen Charaktere erzählt werden- die Missverständnisse und ungewöhnlichen Reaktionen werden so erst richtig witzig! 02.03.10
Solifera (25), OBB
Im Buch lernen wir drei unterschiedliche Charaktere kennen: 1. Jasper Lüdemann, er arbeitet bei einer Investmentbank in Chicago und hat erfolgreich den Aufstieg aus den Hinterzimmern /Back Office in den Händlersaal geschafft. Er ist ein knallharter Geschäftsmann, der ncht viel von außerberuflichen Aktivitäten hält, es sei denn sie nutzen seiner Karriere. Und sowas wie Privatleben oder gar eine Partnerin hat er nicht, weil er gar nicht die Zeit dazu hat, so vertieft ist er in seinen Job. 2. Meike Urbanski, sie ist von Hamburg weggezogen, als es mit ihrem Freund in die Brüche ging, vielmehr ist sie heimlich einfach abgehauen. Sie ist einerseits eine kleine Träumerin, wie sie so durch ihre neue Wohnung schlendert, andererseits aber auch eine Realistin. Sie arbeitet als Übersetzerin eines berühmten Autors, von Henry LaMarck. 3. Henry LaMarck, der Autor, dessen Bücher Meike übersetzt. Er ist schon 60 Jahre alt und hat etliche Erfolge aufzuweisen. Aber macht ihn das glücklich? Nein, er ist alt und einsam. Er flüchtet einfach in ein Luxux-Hotel von der Ehrenfeier die zu seinem 60.Geburtstag gegeben wird. Erfolg mach zwar reich, aber nicht immer glücklich. Verschiedener könnten diese drei Figuren kaum sein. Im Laufe des Buches fügen sich die drei einzelnen Handlungsstränge, die das Buch jeweils aus der Sicht einer der drei Personen in ICH-Perspektive erzählt zusammen. Das Buch war durchaus nicht unspannend geschrieben, allerdings hat mich das ganze Bänker-Fachwissen ein wenig genervt und auch, dass die drei Protagonisten eigentlich nur dabei sind, wegzulaufen, vor sich selbst, vor anderen, vor der Realität. Und das Ende war viel zu sehr auf Friede-Freude-Eierkuchen konstruiert. 02.03.10
afrase (25), Frankfurt am Main
Jaspar, Henry und Meike: drei Individualisten, die ihren früheren Lebensentwürfen hinterher rennen und sich dabei über den Weg rennen. Jasper ist Anfang/Mitte 30 und arbeitet seit einigen Jahren für eine internationale Bank, zunächst in Frankfurt, dann in Chicago. Er steigt vom Back Office in die Trader-Arena auf und wird zum Rockstar. Dabei muss er merken, dass ihn niemand grüßt und er auch nur „unwichtige“ Kundenaufträge bearbeitet. Als schließlich das arrogante Arschloch von weiter oben gefeuert wird, glaubt Jasper, seine Chance sei gekommen. Meike, ebenfalls Anfang/Mitte Dreißig erkennt die Spießigkeit ihrer Freunde und ergreift die Flucht aufs Land. Dort möchte sie nur noch als Literaturübersetzerin arbeiten und reich werden. Als der Autor, dessen Bücher sie ins Deutsche überträgt, plötzlich verschwindet und dessen Jahrhundertroman ausbleibt, macht sie sich kurzerhand auf die Suche nach ihm und fliegt nach Chicago. Dort begegnet sie Henry, aber auch Jasper. Nach dem einen hat sie gesucht, von dem anderen wurde sie gefunden. Henry, der Autor, dessen Bücher Meike übersetzt, ist gerade 60 geworden und auf der Suche nach einer Inspiration für einen Jahrhundertroman, den er im Affekt angekündigt hat. Dabei sieht er Jasper und ist sich sicher, seine Muse gefunden zu haben. Nach turbulenten Tagen in Chicago, in denen alle drei am Ende abgebrannt sind, führt Magnusson ihre Wege zueinander. Nirgendwoanders als im schönen Nordeutschland. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, zu ahnen, wohin es führen kann. Mehrmals habe ich dabei meine Spürnase neu justieren müssen. Am Ende kam es dann witzigerweise ganz anders. Ein schönes Buch, das Einblick in die Finanz- und Lebenswelt von scheinbar erfolgreichen Menschen liefert. Magnusson lässt die drei Protagonisten in der Ich-Person sprechen und erzählt, wie wenig schuldig und eher heldenhaft sie sich fühlen. 23.02.10
bj2805 (32), München
Schon allein wegen des Titels musste ich dieses Buch kaufen und dann natürlich auch wegen der Biografie von Kristof Magnusson: “geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin.” Das Buch handelt von drei sehr unterschiedlichen Personen: von Henry, dem Bestseller-Autoren, der nicht mehr schreiben kann. Von Jasper, dem Banker in Chicago, der Optionen ohne Kundenvollmacht kauft und von Meike, der Übersetzerin, die sich gerade von ihrem Mann und ihren Freunden getrennt hat um aufs Land zu ziehen, dann aber doch nach Chicago reisen muss um Henry zu finden, denn ohne sein neues Buch ist sie arbeitslos. Drei schräge Charaktere, die durch das Schicksal miteinander verbunden werden und die in eine Abhängigkeit geraten. Hoch aktuell, rasant erzählt mit sprachlichem Witz und der nötigen Portion Ironie. Unbedingt lesen und auf zukünftige Romane es Autors achten! 23.02.10
merderein (30), Mainz
bücher über das wirtschaftsleben, sein funktionieren und seine probleme zu schreiben, scheint wirklich schwer zu sein. viele gute gibt es davon nicht. und der bereich der banken und anderen finanzdienstleistungen insbesondere der gegenwart ist davon besonders getroffen. das ist alles inzwischen viel zu kompliziert, komplex und weit entfern vom täglichen erfahrunghorizont der leser. insofern ist magnussons "das war ich nicht" ein ehrenwerter versuch. besonders weit kommt er aber auch nicht. sein plot hat viel von einem laborversuch: drei personen, drei schicksale, die - natürlich - eng miteinander verwoben sind und immer enger in kontakt treten und aufeinander einwirken. da ist meike, die "lit. übersetzerin" von zunächst groschenromanen und jetzt genau einem amerikanischen autor, die gerade aus hamburg und ihrer beziehung nach friesland geflüchtet ist. dann jasper, auch ein deutscher aus bochum, der in chicago bei irgend einer bank irgend etwas handelt. und der ebenfalls in chicago lebende henry - genau der autor, den meike übersetzt. und der nicht mehr schreibt. so. mit allerlei verwicklungen verheddern sich diese drei lebensläufe also ineinander, jasper gelingt es mehr oder weniger aus versehen und nebenbei, seine bank in den konkurs zu treiben. und am schluss sind alle happy in friesland versammelt. aber der schluss ist eh' das schwächste - absolut hervorsehbar und ewig herausgezögert. spätestens seit jaspers flucht wartet man als leser eigentlich nur noch darauf, dass das ende jetzt auch kommt. wie gesagt: das ist ein ganz netter roman, durchaus ordentlich geschrieben ohne besondere stilistische ansprüche, mit einigen verloren herumstehenden glanzlichtern. übrigens gelingt es auch magnusson nicht, das finanzwesen, den handel mit optionen etc., wirklich zum thema zu machen - auch wenn er es versucht. aber das werden dann nur recht trockene belehrungen, die fast stören. denn eigentlich geht es ihm ja doch nur um sein figurentrio. 15.02.10
friedelko (29), Schwerin
Sehr schöner, moderner Roman. 26.01.10


