Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers
Lügenhafter Roman mit Kommentaren
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Verbrecher Verlag |
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schoiiiii (23), Siegen
Wirklich schön das der Verbrecher Verlag Morgner wieder verlegt. Danke! achja ..... wers nicht kennt, unbedingt lesen. 15.11.08
Judith (31), Berlin
Ein merkwürdiges, liebenswürdiges Buch. Märchen für Erwachsene. Zwischendrin hat es mich an "Schiffbruch mit Tiger" erinnert. 04.02.08
Intro, Arno Raffeiner
Ihre Heldinnen sind selbst in ihrer Abwesenheit, da, wo ihnen der Männerverband kaum Platz lässt und Humor den kritischen Ton überwiegt, noch spürbar. So scheinen in “Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers” ein pensionierter Lokomotivführer, der mit seinen Lügengeschichten über Weltreisen wahrhaft Münchhausen’sche Ausmaße erreicht, und sein Zuhörer wie gefangen in einer fantastischen Jungs-Märchen-Spielzeug-Welt. Aber vielleicht lassen sich diese Fabeln auch als literarischer Gegenentwurf zur Wirklichkeit lesen: Ein klein wenig Fantasie kann die Welt schon besser machen.
Welt am Sonntag, Fritz J. Raddatz
Es liest sich heute wie ein "Gegenbuch"; zum einen, weil es einen Stil barocker Fabel vorführt, der von "Grottenmolch" bis zu den "drei Kellen nach Thymian riechender Suppe" sich schwingt - also die Sprache nicht als Sezierinstrument benutzt, sondern als Lasso, um den Leser einzufangen. Doch "Gegenbuch" ist es auch, weil sich der raunende Nicht-Realismus dieser 1990 qualvoll gestorbenen Autorin ja gegen jene DDR-Welt stemmte, die fast hohnvoll nur in Form des Parteisekretärs oder einer Gewerkschaftsversammlung vorkommt. Dieser Gustav, der legendenlügnerisch verkündet: "Das Meer ist die eigentliche Bestimmung des Lokomotivführers", ist ein liebenswerter Eigenbrötler, der "Pfeifen mit krummem Mundstück und brustlangem Rohr" rauchte. Eigenbrötler aber durfte es im sozialistischen Realismus nicht geben.


