Irmtraud Morgner

Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers

Lügenhafter Roman mit Kommentaren

DDR  Gender  Reise  Roman

Detail_wundersamen_reisen


€ 13,00


sofort lieferbar

Verbrecher Verlag
2006, Auflage 1, 160 Seiten, 12 x 17 cm

ISBN: 3-935843-73-9

Gustav, ein pensionierter Lokomotivführer, erzählt von seinen Fahrten in alle Welt. Er habe, behauptet er, eine Lokomotive gekauft, und mit ihr die Welt und auch das Weltall erforscht. „Das Meer ist die eigentliche Bestimmung des Lokomotivführers“, stellt er bei Gelegenheit fest.

Seine Geschichten sind versponnen, schlüpfrig und immer wieder drollig. Irmtraud Morgner hat mit diesem 1972 erstmals erschienenen Roman den Geschichtenerzählern ein Denkmal gesetzt. „Großvater Gustav war von Kultur ein Lügner, nicht von Natur. In ihm arbeitete die Schöpferkraft der Machtlosen. Zu ungeduldig, um warten zu können, eignete er sich die Welt an, bevor sie ihm errungen war.“

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schoiiiii (23), Siegen

 

kl239 (31), Berlin

 

Judith (31), Berlin

 

schoiiiii (23), Siegen

Wirklich schön das der Verbrecher Verlag Morgner wieder verlegt. Danke! achja ..... wers nicht kennt, unbedingt lesen.  15.11.08

Judith (31), Berlin

Ein merkwürdiges, liebenswürdiges Buch. Märchen für Erwachsene. Zwischendrin hat es mich an "Schiffbruch mit Tiger" erinnert.  04.02.08

Intro, Arno Raffeiner

Ihre Heldinnen sind selbst in ihrer Abwesenheit, da, wo ihnen der Männerverband kaum Platz lässt und Humor den kritischen Ton überwiegt, noch spürbar. So scheinen in “Die wundersamen Reisen Gustavs des Weltfahrers” ein pensionierter Lokomotivführer, der mit seinen Lügengeschichten über Weltreisen wahrhaft Münchhausen’sche Ausmaße erreicht, und sein Zuhörer wie gefangen in einer fantastischen Jungs-Märchen-Spielzeug-Welt. Aber vielleicht lassen sich diese Fabeln auch als literarischer Gegenentwurf zur Wirklichkeit lesen: Ein klein wenig Fantasie kann die Welt schon besser machen.

Welt am Sonntag, Fritz J. Raddatz

Es liest sich heute wie ein "Gegenbuch"; zum einen, weil es einen Stil barocker Fabel vorführt, der von "Grottenmolch" bis zu den "drei Kellen nach Thymian riechender Suppe" sich schwingt - also die Sprache nicht als Sezierinstrument benutzt, sondern als Lasso, um den Leser einzufangen. Doch "Gegenbuch" ist es auch, weil sich der raunende Nicht-Realismus dieser 1990 qualvoll gestorbenen Autorin ja gegen jene DDR-Welt stemmte, die fast hohnvoll nur in Form des Parteisekretärs oder einer Gewerkschaftsversammlung vorkommt. Dieser Gustav, der legendenlügnerisch verkündet: "Das Meer ist die eigentliche Bestimmung des Lokomotivführers", ist ein liebenswerter Eigenbrötler, der "Pfeifen mit krummem Mundstück und brustlangem Rohr" rauchte. Eigenbrötler aber durfte es im sozialistischen Realismus nicht geben.

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