Detail_homestories

Frank Schäfer

Homestories

Zehn Visiten bei Schriftstellern

18,00 €

in 2-3 Tagen lieferbar

Textem-Verlag
2008, Auflage 1, 147 Seiten

ISBN: 978-3-938801-33-8


Die Homestory gilt als das Schmuddelgenre im Kulturjournalismus, und das nicht zu Unrecht. Gar zu willfährig übernimmt die Literaturkritik die Fron der Werbeabteilungen. Die Ergebnisse strotzen vor unerlebtem Pathos und ausgemünzter Phrase, die Personenwahl ist zwangsläufig, diktiert durch Nachfrage, kurz: Es ist geistlose Überschätzung des Datenmaterials.

Frank Schäfers Homestories beweisen, dass es anders geht, dass man sich mit Sympathie einem Autor nähern kann, ohne vor Devotion zu ersterben. Dass man, auch mit analytischen Kategorien im Blick, sich wirklich dafür interessieren kann, wie einer arbeitet, mit welchem Handwerkszeug er operiert und in welcher Umgebung er sich überhaupt bewegt, ohne daraus gleich wieder hochpraktische Faustregeln für den Umgang mit Künstlern zu destillieren. Wie bemerkenswert, wenn sich etwa Wolf Wondratschek mit offenem Hemd aufs feine Hotelbett flegelt, Frank Schulz die Originalschauplätze seiner Romane vorführt oder Thomas Kapielski ein paar Halbe in seiner Lieblingskneipe zischt.

Diese Homestories sind erfolgreiche Annäherungsversuche an Autoren, die allpräsent und zugänglich nur dem scheinen, der von Selbstinszenierung nichts versteht. Aber Frank Schäfer geht den Autoren nicht auf den Leim. Er dekuvriert auch nicht. Er spielt mit. Und er vergisst nie das Werk hinter der Inszenierung. Was so entsteht, sind keine eiligen Medientexte sondern eindringliche Porträts, Physiognomien, mithin selbst wieder Literatur.

Frank Schäfer trifft auf: Wolf Wondratschek • Eugen Egner • Peter Glaser • Max Goldt • Helge Schneider • Frank Schulz • Horst Friedrichs • Harry Rowohlt • Ludwig Lugmeier • Thomas Kapielski





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Lino Wirag, München

 

Martin (29), Plauen

 

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lustig, unterhaltsam, interessant, gewinnbringend und wirklich gut gemacht!  01.09.08

Martin (29), Plauen

Ein unterhaltsames und interessantes Buch. Einige der Schriftsteller haben wirklich Charme, andere waren mir nicht so sympathisch. Und der Frank Schäfer, der ist wirklich gut.  20.02.08

thorstein (46), Hamburg

Wirklich amüsante Homestorys, insbesondere die feinen Treffen mit Wondratschek und Kapielski. Werden die so geschrieben?  20.02.08

NDR Kultur
Jochanan Shelliem, 24.01.08

Respektlos und erfrischend frech geht Frank Schäfer auf seine Interviewpartner zu. ... Zehn Literaten – wie der Schriftsteller sagt – habe er im Auftrag des deutschen Rolling Stone zwischen 2001 und dem Frühjahr 2007 besucht. Autoren, wie den Pop-Poeten Wolf Wondratschek, den kalauernden Feuilletonisten Max Goldt, Thomas Kapielski, den Neo-Dada-Musiker, der nach drei Monaten bei der Berliner tageszeitung rausgeflogen ist, weil er eine Berliner Diskothek als „gaskammervoll“ beschrieb, mit ihm trinkt Schäfer Grünen Tee und lässt sich von den wilden Achtzigern erzählen, und er besucht Horst Friedrichs in der Provinz. Im Keller eines Reihenhauses sitzt er dann vor dem mit 350 Jerry Cotton Heften, dienst-ältesten ghost writer des Bastei Verlags. ... Bildungsarbeit also per Homestory. Frank Schäfer will dem Resonanzraum seiner Generation zu mehr Beachtung jenseits der etablierten Werke verhelfen.

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