Jeder Ton eine Rettungsstation
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Verbrecher Verlag |
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Jazzthetik, Harald Justin, 2007
So verschieden die Künstler, ihre Persönlichkeiten, aber auch ihre Fähigkeiten sind, was sie eint, ist ihr unbedingtes Künstler-sein-Wollen. Das ist denn auch das große Verdienst dieses dritten Interview-Bandes. Handelten „Respekt!“ und „Black Codes“ von den Widerstandsformen afroamerikanischer Kultur, so zeigen die Interviews in „Jeder Ton eine Rettungsstation“, dass es um mehr geht. Nicht mehr allein die afroamerikanische Kultur steht zur Debatte, sondern darüber hinaus das Verhältnis, das eine Gesellschaft generell zu ihren Künstlern hat, seien diese schwarz, weiß, gelb oder purpurn. Pflegt sie sie, richtet sie sie zugrunde oder sind sie ihr gleichgültig? So oder so, wenn jeder Ton als eine Rettungsstation gehört und gespielt wird, dann erzählen Broeckings Interviews von einem Überlebenskampf der Künstler in der amerikanischen Gesellschaft, der sich hierzulande jeglicher Vorstellungskraft entzieht. Und genau das macht dieses Buch so wertvoll: Es eröffnet einen Blick in eine andere Welt, in der es beim Musikmachen tatsächlich um eine Überlebensfrage geht!
Berliner Zeitung, 2007
22 Protagonisten des afroamerikanischen Jazz geben in Christian Broeckings neuem Buch Auskunft über ihre Musik und ihr Leben: darunter David S. Ware und Butch Morris, Billy Bang, Fred Anderson und Nicole Mitchell. Sie alle sind Kinder des Free Jazz der 60er, der "Oktoberrevolution" in der improvisierten Musik. Deren Radikalität und politische Unversöhnlichkeit wurde von Jüngeren oft als Sackgasse abgetan - dabei ging es hier wie in aller wahrhaften Musik, darin ist Broecking sich mit den Gesprächspartnern einig, um nichts weniger als darum, "Leben zu retten".


