Christin
23, AugsburgEMPFOHLENE BÜCHER
Flosse, Fell und Federbett
Nadia Budde
Peter Hammer Verlag
Stechapfel
Leena Krohn
Blumenbar
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Nadia Budde
Peter Hammer Verlag
Stechapfel
Leena Krohn
Blumenbar
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KOMMENTARE
Der falsche Inder von Abbas Khider
"Acht Kapitel in einem Leben unter dem Stern der Flucht. In der griechischen Zahlensymbolik erhält die Zahl acht unter anderem die Bedeutung für „die materielle Welt“, „die Gerechtigkeit“ und „den Gott Kronos“. So zwiespältig und frei interpretierbar, so vielseitig und auch entstückelt, vielleicht darf man es auch zusammenhangslos nennen, kommt auch das Romandebüt des Irakers Abbas Khider daher. Der Leser beginnt seine Reise mit dem Protagonisten recht unspektakulär im ICE 1511 von Berlin nach München. Dort findet der Ich-Erzähler ein Manuskript, welches auf unerklärliche Weise sein Leben, seine Flucht, seinen Leidensweg beschreibt, dem wir als Leser nun in acht Kapiteln folgen. Es seien kurz die Stationen geschildert, die sich nacheinander als kurzzeitige Heimat für den Erzähler, den Manuskriptschreiber erweisen sollen: vom Irak über Jordanien, Lybien, Tunesien, die Türkei, Griechenland und Italien kommt er nach Deutschland. Jedes einzelne Kapitel beschreibt diesen Weg unter einem anderen thematischen Gesichtspunkt, so möchte ich meinen. In der immer wiederkehrenden Reihenfolge seiner Fluchtpunkte schildert Rasul Hamid seine Herkunft, warum er überall fälschlicherweise für einen Inder gehalten wird, warum er das Schreiben und Lesen brauchte, um zu überleben, und wie es sich generell anfühlt, ein Fliehender, Geächteter und niemals Heimatfindender zu sein. Die Thematik als solche ist eine, deren literarische Umsetzung in der Gegenwart zu beglückwünschen ist. Der Stoff ist einer, der fesselt und Lust auf das Buch macht, doch die Umsetzung bleibt für den Leser immer wieder schwierig und erschließt sich erst durch selbstbewirkendes Zusammenfügen dieser Puzzleteile zu einem Ganzen, was den Lesegenuss durchaus ein wenig mindert, denn Wiederholungen bleiben nicht unbedingt aus und die Verwirrung besteht dennoch weiter. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, da ich, in einem Land lebend, das eine derartige Lebensstruktur als Flüchtling in Furcht und Angst um den nächsten Schritt noch nicht kennt, sich jedoch wahrscheinlich tagtäglich mit Menschen auseinander setzt, hinter deren Fassaden gleichartige Geschichten sich verbergen mögen, die Bücher befürworte, die der Wirklichkeit reale Namen zu geben vermögen. Man merkt Khider aber wohl sein lyrisches Denken an, welches springt, Metaphern für einen jetzigen Schreibaugenblick webt, ohne an einem großen Ganzen für einen wohlwollenden Leser zu stricken. Dennoch: lesenswert, wenn auch mit größeren Mühen. " 09.09.08
Stechapfel von Leena Krohn
"Dieses Buch wartet mit eigentümlichen Empfindungen auf, die einem ein wohlig-warmes Lesegefühl geben. Wunderbar wunderlich." 28.08.08