Smoel
34, Hannover
Übrigens
Literatur ist meine Leidenschaft (und Fußball, gutes Essen sowie Filme, in denen viel geballert und oft "Fuck" gesagt wird). gelegentlich schreibe ich auch über das Gelesene, im Blog http://smoel.wordpress.com und seit kurzem auch auf www.glanzundelend.de
EMPFOHLENE BÜCHER
8 ½ Millionen
Tom McCarthy
diaphanes
Pauschal ins Paradies
Diverse Autoren
Voland & Quist
Kalda
Edo Popović
Voland & Quist
Der lange Weg nach Wien
Diverse Autoren
Voland & Quist
Die feine Art des Saufens
Frank Kelly Rich
Tropen Verlag
Der Traumhüter.
Ronald Reng
Kiepenheuer & Witsch
WAS IST DELUXE?
TUBUK DELUXE ist der Buchclub für junge Literatur von TUBUK.
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KOMMENTARE
[13terShop] von Florian Thalhofer, Kolja Mensing
"31 Tage haben Thalhofer und Mensing im Einkaufszentrum Roland-Center in Bremen verbracht. Die Tage im Center, die Nächte im Wohnwagen auf dem Parkplatz. Als Resultat entstand dieser Band, bestehend aus Buch und einer DVD-ROM. [13TERSHOP] ist eine Auseinandersetzung mit dem Konsum, die Mechanismen und Funktionsweisen werden durchleuchtet und seziert. Die Autoren werten dabei nicht, sie liefern keine gesellschaftskritische Analyse. Vielmehr ist ihnen ein bemerkenswertes Portrait eines gewichtigen Teils unseres Alltags gelungen. Und hinter jeder Fassade finden sich kleine Geschichten und Skizzen, die es wert sind, davon zu erzählen. Es ist ein crossmediales Projekt. Neben Texten und Fotos enthält das Buch eine DVD-ROM mit Beobachtungen und Interviews aus dem Einkaufzentrum. Florian Thalhofer ist Filmemacher und hat das Korsakow-System entwickelt. Dadurch wird es möglich, Filme nicht-linear anzuschauen. Die einzelnen Sequenzen laufen auf einem größeren Bildfenster. Daneben bekommt der Zuschauer Sequenzschnipsel und Schlagwort aufgereiht, anhand derer er sich frei durch den Film bewegen kann. Jede Aktion führt zu anderen Zusammenstellungen, jeder Zuschauer sieht einen einzigartigen Film. Dies alles ergibt ein ungewöhnliches, faszinierendes Buchprojekt, das über die Grenzen des Mediums Buch hinausgeht." 16.04.09
Luft sprengen von Toby Hoffmann
"„luft sprengen“ ist ein Lyrikband, an dem auch diejenigen Freude haben werden, die vor Gedichten eher zurückschrecken. 45 Gedichte, sprachschön, zornig, einfühlsam aber nicht gefühlsduselig, traurig aber nicht wehleidig. Die Gedichte rennen gegen Inhaltsleere an, gegen Autoritäten und gegen Stumpfsinn. Toby Hoffmann „macht sich gedanken darüber was wohl besser ist ein buch oder eine frau“ und liefert Texte, die knallen, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Lyrik ist schwierig? Quatsch, man muss sich nur trauen! Und „luft sprengen“ ist ein Band für Anfänger und Fortgeschrittene." 16.04.09
Not Testified "In diesem Buch sind Beiträge von 18 Autoren versammelt, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema der Entstehung und Wirkung von urbanen Legenden beschäftigen. In „Not testified“ wird der Frage nachgegangen, was dran ist an der Bielefeld-Theorie, wie Gerüchte entstehen und mit welchen Auswirkungen sie sich verbreiten und wie man im Internet Wahres von Falschem unterscheidet. not testified Cover2.inddDie Anthologie ist aber kein populärwissenschaftliches Sammelwerk. Jeder Autor stellt seine ganz eigene Sichtweise dar. Dadurch entsteht eine textliche Formenvielfalt, die man wohl so nirgendwo anders findet. Mal lyrisch, mal erzählend, mal wissenschaftlich verleiten die Beiträge dazu, eigene Wahrnehmungen zu hinterfragen, ohne in biedere Ernsthaftigkeit zu verfallen. Alles getreu dem vorangestellten Zitat von Charles Haddon Spurgeon: Die Lüge reist einmal um die Erde, während sich die Wahrheit die Schuhe anzieht. Zu den Autoren gehören unter anderem der Soziologe Prof. Dr. Johannes Stehr, ZEIT-Kolumnist Christoph Drösser, der Journalist und Blogger Patrick Gensing und der Lyriker und Kabarettist Mirco Buchwitz. „Not testified“ ist nicht nur unterhaltsam, das Buch wurde auch von den Herausgebern äußerst ansprechend gestaltet. Und das Bielefeld in Wahrheit nur da ist, um einer Gruppe Außerirdischer als Landeplatz zu dienen, das haben wir doch schon immer geahnt." 16.04.09
Jackie in Silber von Andreas Stichmann
"Dieser Band versammelt 11 Erzählungen und ist zugleich das literarische Debüt des 1983 geborenen Andreas Stichmann. Beeindruckend geht Stichmann mit dem Material Sprache um, die Erzählungen entwickeln langsam, zunächst fast unmerklich einen Sprachsog, dem man nicht entrinnen kann, dem man nicht entrinnen will. Mit minimalen Mitteln lässt Stichmann in jeder Erzählung eine abgeschlossene Welt entstehen. Die Geschichten handeln von Menschen, die versuchen, in oftmals absurden Situationen zu bestehen, ihren Alltag zu meistern. Fast immer scheitern sie, aber sie scheitern mit Würde, der Autor stellt seine Figuren niemals bloß, irgendwo am Horizont ist fast immer ein Funken Hoffnung. In einer der besten Erzählungen des Bandes, „Die Blumen“ sucht der Ich-Erzähler, ein konventioneller Mann im mittleren Alter, nach menschlicher Nähe und Anerkennung. Er kümmert sich um die alte Nachbarin, geht deren Enkelin zur Hand, die ihm dafür mit Gefühlskälte begegnet, die sie als Coolness ausgibt. Charlotte zeigt ihm zwar irgendwann ihre Vagina, aber alles endet in Sprachlosigkeit und Unverständnis. Und doch, ganz am Ende stellt der Erzähler das Blumenbild fertig, an dem er seit langer Zeit arbeitet. In dieser Erzählung zeigt sich auch in besonderem Maß Stichmanns Talent zur feinen Komik. Charlotte Jensch, die Enkelin, „will offensichtlich fremd erscheinen, schlendert etwas polnisch oder isländisch umher und guckt irgendwie New York.[…] sie sagt „Reality is a believe system. Da ist es klar, dass sie vom Dorf kommt.“ Andreas Stichmann erhält für „Jackie in Silber“ im Sommer 2009 den Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg." 16.04.09
Geht so von Peter Hein
"Peter Hein (der Peter Hein von Fehlfarben) ist als Flaneur unterwegs, unterwegs abseits touristischer Pfade, mitunter auch auf den Pfaden, aber eher selten. Ziellos erkundet er Orte, die mal exotisch sind (Aschaffenburg oder Bad Salzungen), mal mittelmäßig bekannt (Berlin, Hamburg) oder auch überall sein können (Scheißkaff oder Irgendeine). Den Blick auf das Nebensächliche, das Abseitige gerichtet, im Versuch, drohender Unterhopfung entgegenzuwirken, sind Heins Wegbeschreibungen mal pauschal wertend, mal liebevoll, mal angewidert, erstaunt, gelangweilt – aber nie langweilig." 07.08.08
Samoa von Otto E. Ehlers
"EIn Stück deutscher Kolonialgeschichte, Ehlers’ Aufzeichnungen aus dem Jahr 1884. Der teils nationalistisch-deutschtümelnde, teils sehr sachliche Bericht aus dem damals noch nicht deutschen Samoa ist ein faszinierendes Dokument, stellenweise von einer Komik, die an Mark Twain erinnert. Politisch folgenreich wurde “Samoa” zu einem großen Erfolg. Ehlers wurde auf seiner nächsten Expedition, die ihn nach Papua-Neuguinea führte, vermutlich Opfer von Kannibalismus." 09.07.08
Strübel & Passig von Kathrin Passig, Ira Strübel
"Ob Literaturwissenschaft für Einbrecher ( „Ein Fernseher wiegt etwa 40 Kilo und bringt beim Hehler um die 100 Euro ein. Ein einziges Compact Oxford English Dictionary […] lässt sich dagegen mit seinen fünfeinhalb Kilogramm in einer Hand abtransportieren und wird gebraucht ab 200 Euro gehandelt. […] Mit Büchern im Schuber können Sie gar nichts falsch machen.“) oder Frauenkondome (”Das Einführen ist so ähnlich wie das Einführen einer Katze in einen Katzentransportbehälter: Hat man das eine Ende glücklich verstaut, springt einem das andere Ende wieder entgegen und umgekehrt.”), Ira Strübel & Kathrin Passig liefern immer neue und komische Einblicke in die Schwierigkeiten und Absurditäten des Alltags und beschreiben Sinn und Unsinn des Internets. Eine Kolumne beginnt mit dem Satz “Wenn man jung ist und nicht weiß, wo’s langgeht, muss man Bücher lesen, in denen es drinsteht.” In Strübel & Passig (Verbrecher Verlag) steht’s drin!" 09.07.08