nachtigall

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EMPFOHLENE BÜCHER

Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz

Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz
Ursula Timea Rossel
bilgerverlag

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Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz von Ursula Timea Rossel
"Man nehme das Buch „Silber und Knoblauch, Erde und Salz“ und eine Nacht und einige weiter Nächte dazu, lege sich genügend Vorrat an Wasser und Schokolade an, stelle alle Uhren auf Mitternacht, lasse die Zeit Zeit sein und lese und lese, vom Anfang zum Ende, von diesem zurück zum Anfang, von der Mitte zur letzten Seite, von dieser rückwärts zum Proömium, dann alle Einträge aus Wigand Behaims Taschenatlas abwechslungsweise mit den Kartenblätter in Folge einzeln, dazwischen immer wieder die, von Timea, ihres Zeichens Kryptogeograph, kompilierte Bibliographie, google nach dem Wort Metamorphose, dem Kongo, der heiligen Ursula, nach Quanten und einer Schrödingerkatze und überlasse sich den Aufzeichnungen so lange, bis die Worte vor den Augen eine Dimension angelegt haben, in der das Gesamtbild eines kartographischen Daseins zu erleben möglich macht: Betrachte ich das Leben, betrachte ich einen Atlas; Ich betrachte ihn von Vorne nach Hinten, die Ländereinen, die Ozeane, die anstossenden Kontinente, fahre mit dem Zeigefinger den Zeitzonen nach, überquere den Äquator, vor und zurück blätternd suche ich nach unbekannten Orten, von hier nach da und zurück und begegne immer wieder der Frage: Was geschieht wirklich? Wer bin ich in diesem Land oder jenem Land? Bin ich dieselbe Person, wie diese, die im anderen Land auf dieselben Menschen trifft? Bin ich reisend mir meiner eigenen Wahrnehmung, meiner selbst bewusst? Erinnere ich mich, wer ich wirklich war, während ich von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent fliege? Wechsle ich meine Persönlichkeit mit jedem Betreten eines neuen Landes? Werde ich Erwachsen oder werde ich im Zeitwechsel zum staunenden Kind? Was war wahr? Was ist wirklich? Gehe ich davon aus, dass das Kleine im Grossen und das Grosse im Kleinen existiert und denselben Gesetzmässigkeiten folgt, so ist die Welt und das, was geschieht, in Wirklichkeit schon geschehen, auch das, was erst geschehen wird, eine unlogisch nichtlineare Logik. Für diese, eine Ordnung, eine Anordnung und schlussendlich eine Ortung zu finden, ist mit diesem Buch und der Forschung von Ursula Timea Rossel, die Kartographie geboren, die die Bahnen des Erlebens nachzeichnet, bezeichnet vorzeichnet und ein Netz (Atlasgewebe) webt, was es an kleinen Dingen zu entdecken gibt. Jedes Erlebnis, ein Kontinent, jede Begegnung eine Herausforderung, jede Handlung eine Auswirkung auf alle Zeiten, mit jeder Geschichte, eine neue Erfahrung. Kartographie sei Dank! Ursula Rossel sei Dank, für dieses wunderbare Buch, das einen Einblick in das Leben, Reisen, Sterben und Wiederkehren der menschlichen Existenz auf diesem Globus, als ein zeitloses vielschichtiges Erleben des Möglichen im Unmöglichen, einsichtig und nachvollziehbar macht. Mit Leichtigkeit, Raffinesse, Dramatik und Humor, lotst Ursula Rossel den Leser mit den Protagonisten, die alle die ein und dieselbe Person zu sein scheinen, durch Länder, durch Biographien, durch wissenschaftliche Auslegungen, kartographische Notizen, Briefwechsel und Legenden, nimmt ihn in den Himalaja, an Kretas Südküste, nach Marokko, in die Schweiz und durch polares Schneegestöber mit. Wigand: der rote Faden, die Sibylle in ihm, die Liebe, die Ahnen und Nachfahren, Kamele, Schneelöwen und schlussendlich die Schrödingerkatze. Letztere als Schlüssel aller Protagonisten die einzige, über die der Leser am wenigsten Aufschluss erhält, es sein denn, er bestelle selbst ebendiese und stelle sie mit dem dazugelieferten Raumzeitkompass vor sich auf den Tisch. Zum Kartographen wird man geboren. Was es bedeutet einen Atlas zur Hand zu haben, der den Reigen der Lebensreise mit all den Wirren und Glückseligkeiten, in eine zusammenhängende Folge aus Geschichten aufzeigt, ist mir mit dem Lesen dieses Buches klar geworden. Es ist ein Buch, das nachklingt, das einen erst mit der Zeit das Zusammenhängende offenlegt und einen die Tränen in die Augen treibt, weil es so wahr und wirklich erscheint, wie es in Wahrheit und Wirklichkeit nie so gewesen ist. Die Karte, die die Sprache aus Worten zeichnet, gibt Mut, mit Leichtigkeit die grosse und die kleine Welt ernst zu nehmen, die Dinge und sich selbst so und so zu betrachten, zu staunen und sich zu wundern, was wirklich und unwirklich erscheint. Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz und lasse sich in die Lektüre fallen, sich mitnehmen und entdecken lassen, was die Rezeptur in einem als wahr und wirklich bewirkt. Marianne Büttiker, November 2011 " 30.11.11